von | Jun 29, 2021 | Frauenkraft

Macht ist ein Wort, das irgendwie konträr zu Frau und Weiblichkeit steht. Macht ist mit Einfluss, häufig sogar mit Unterdrückung, vor allem aber mit Männern assoziiert. Frauen in Machtpositionen agieren und wirken ebenfalls männlich. Sie taugen daher nicht als Vorbild in Sachen Weiblichkeit und Macht. Die meisten von ihnen jedenfalls. Doch ohne Vorbild tun sich Frauen schwer, Macht anzusteben, selbst wenn es sie innerlich ruft.

Aber was wenn wir die Bedeutung von Macht ändern könnten?

Was braucht es dafür? Wie kann es gelingen?

Wer definiert eigentlich Macht und wie?

Macht wird von Männern für Männer definiert. Die gängige kontemporäre Definition von Macht geht auf die Definition des Soziologen Max Weber zurück. Auch die vielen Definitionen danach richten sich auf diese männlich geprägte Definition von Macht aus und verfeinern sie nur.

Der Grundtenor ist folgender: Macht ist die Fähigkeit, eine Person oder eine Gruppe von Menschen auch gegen ihren Willen oder sogar Widerstand zu einem bestimmten Denken und/oder Verhalten zu beeinflussen. Die Durchsetzung von Macht erfolgt über Belohnung und Bestrafung. Nach Max Weber ist Macht „jede Chance innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance besteht.“ Damit einher geht Überlegenheit auf Seiten der Mächtigen und Abhängigkeit auf Seiten der Machtlosen.

In diesem Sinne ist Macht mit Herrschaft assoziiert – Herrschaft eines Einzelnen über eine Gruppe. So sind kontemporäre Hierarchien strukturiert, in Unternehmen, Organisationen – ein Chef, viele Mitarbeitende – und Gesellschaften – ein Präsident, das Volk.

Die Welt brennt

So ist es unhinterfragt seit 5000 Jahren. Wohin das geführt hat, zeigt sich heute weltweit.

Denn Macht heißt nicht nur Herrschaft über Menschen, sondern auch Ausbeutung der Natur, der Erde und ihrer Ressourcen, der Tierwelt – getreu dem Motto des patriarchalen Christentums macht sie [die Erde] euch untertan … herrscht über alles Getier, dass auf Erden kriecht (Lutherbibel Mose 1.28) – und nicht zuletzt der Frauen.

Frauen und Macht

Seitdem Frauen grundlegende Rechte zuerkannt wurden, streben auch Frauen nach dieser Art von Macht und Einfluss. Wie? Sie machen es Männern gleich. Wer nach oben will, muss handeln wie ein Mann – durchsetzungsstark gegen Rival*innen, individualistisch, Einzelkämpferin sein. 

Genau das symbolisieren mächtige Frauen, egal ob sie an der Spitze von Unternehmen oder von Nationen stehen.

Viele Frauen misstrauen dieser Art von Macht bzw. Herrschaft, der Über- und Unterordnung.

Warum?

Das kollektive Trauma

Frauen wollen nicht dominant sein auf Kosten anderer. Sie wollen nicht über andere herrschen, sondern miteinander kooperieren. Frauen sind eher Teamplayer.

Daher zögern sie, Führung zu übernehmen im Sinne der gängigen Machtdefinition.

Frauen haben Unterdrückung zu lange selbst erfahren, an ihren Körpern und ihrer Seele.

Tief in der weiblichen Psyche sitzt die kollektive Geschichte von Frauen. Die sog. Hexenverfolgung – bis heute nicht aufgearbeitet – ist nur ein Beispiel von vielen. Zu viele Frauen sind gestorben, wurden geächtet oder sogar gefoltert und ermordet, weil sie ihre Wahrheit gesprochen haben, ihrer Intuition gefolgt sind, ihre Heilkräfte – die jede Frau besitzt – eingesetzt haben. Die Geschichte der Unterdrückung von Frauen dauerte 5000 Jahre.

Dagegen sind 50 Jahre „Gleichberechtigung“ sehr kurz. Zur Erinnerung: Bis 1972 durfte eine Frau in Deutschland kein eigenes Konto eröffnen. Bis dahin war jede Frau finanziell und materiell abhängig von Ehemann oder Vater. Selbst Frauen, die nach dem 2. Weltkrieg die Firmen ihrer Ehemänner oder Väter übernahmen und aufbauten – ja es gab sie -, hatten keine unabhängige Kontrolle über ihr erwirtschaftetes Einkommen.

Weltweit werden Frauen noch immer klein gehalten, vergewaltigt, gesteinigt, nur weil sie Frauen sind. Recht auf Leben, Recht auf körperliche Unversehrtheit, Recht auf ihre Kinder ist Frauen in vielen Ländern schlichtweg versagt.

Das ist schlimm, denkst du vielleicht gerade.

Aber was, bitte, hat das mit mir zu tun?

Unsichtbarer Schleier

Die globale Unterdrückung von Frauen sitzt tief in allen Frauen, in jeder von uns. Denn wir Frauen sind über unseren Schoß mit allen Frauen weltweit verbunden. Jede Gewalt an Frauen wirkt auf das weibliche Kollektiv und von dort zurück auf jede einzelne Frau.

Je empfindsamer Frau ist, desto stärker kann sich dieser kollektive Schmerz wie eine große offene Wunde anfühlen. Manche Frauen spüren das bewusst. Auf andere wirkt es subtiler.

Aber wie?

Frauen machen sich unbewusst klein. Sie wagen es nicht, ihre wahre Größe zu zeigen. Sie halten ihre Heilkräfte, ihre intuitiven Fähigkeiten zurück. Nicht nur weil auch unsere Gesellschaft damit noch immer nicht umgehen kann. Nein, in Frauen steckt eben diese Wunde des weiblichen Kollektivs. Die weibliche Kraft in all ihren Facetten auszudrücken, fühlt sich noch immer unsicher an.

Viele – auch selbstbewusste – Frauen tragen heute einen unsichtbaren Schleier. Sie machen sich unbewusst unsichtbar, weil das sicher ist, sich sicher anfühlt. Wer sich nicht zeigt, kann nicht schlecht beurteilt oder gar verurteilt werden.

Denn das ist, was wir Frauen am meisten fürchten, die Beurteilung von anderen.

Ich habe diesen Schleier lange selbst getragen. Und es war mir nicht einmal bewusst. Es ist ein langer Prozess ihn zu lüften und gar abzulegen.

Doch jetzt ist die Zeit, auch diesen unsichtbaren Schleier abzulegen. Wir westlichen Frauen haben jetzt die Möglichkeit, die Kraft und die Aufgabe für alle Frauen der Welt den mutigen Schritt zu machen, unsere weibliche Kraft voll zu umarmen und Macht neu zu definieren.

Macht neu definieren

Wenn du als Frau deinen Traum verwirklichen möchtest, dich dabei machtlos fühlst oder aber nicht bereit bist, deine weibliche Macht voll zu umarmen, dann ist es diese Mischung aus äußeren und inneren Barrieren.

Äußere Hinderisse: strukturelle Ungleichbehandlung von Frauen, doppelte Belastung Arbeit und Familie.

Innere Barrieren: verinnerlichtes kollektives Trauma aus der Historie weiblicher Unterdrückung, erlernte tief sitzende Identitätsmuster aus Familie und Gesellschaft.

Wie kommen wir da raus?

Meine Antwort ist: Weibliche Macht.

Was das bedeutet für die Frau und das Kollektiv erfährst du im nächsten Blogartikel.

 

Jede Frau, die ihren unsichtbaren Schleier ablegt, ihre Schöpfungsmacht annimmt, ihr Herz öffnet und Verantwortung übernimmt, ist ein Rolemodel für alle anderen Frauen.

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Daya Nalini Gudermuth

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Nalini

Coach & Mentorin für Frauen Empowerment | Diversity-Expertin | Interkulturelle Trainerin I Autorin | Ethnologin